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DIE WEGE DES GLAUBENS

DIE RELIGIÖSE KUNST IN DER PROVINZ CUNEO VON DER ROMANIK BIS ZUR NEUGOTIK

DIE ROMANIK

Wenn man die Geschichte beobachtet, kann man ganz einfach entdecken, dass die Durchsetzung des Christentums (die trotzdem ganz spät stattfand) in der Provinz, zur Zeit der Langobarden, zur Wiederaufblühen der Architektur und der Kunst beitrug.
Die römischen Straßen entlang wurden Pfarreien und Kloster gebaut.
Heute kann man aber nur wenige Resten der Gebäude bewundern, die im Jahr 1000 errichtet wurden. Z.B. wurden die Kloster San Dalmazzo di Pedona, San Colombano in Pagno, und San Costanzo al Monte in der Nähe von Villar San Costanzo wegen der sarazenischen Zerstörungen nach dem Jahr 1000 im romanischen Stil neu gebaut.

Die Romanik, die sich in Westeuropa in den ersten zwei Jahrhunderten des neuen Jahrtausends entwickelte, kannte eine lange Blüte. Der neue Stil, der zuerst nur die alte Gebäude beeinflusste, setzte sich durch, auch als eine neue Kunst - die Gotik - aus Frankreich kam.
Eine Menge Kirchen mit festen Glockentürmen verbreiteten sich von der Ebene bis zu den Tälern. Die Kirchen, oft aus alten Baumaterialien, vereinigten die europäischen Einflüsse und die lokalen Traditionen.
Kapitelle, Reliefskulpturen und Fresken schmückten die religiösen Gebäude, deren festes Äußere von der Perspektive hervorgehoben wird.

Neben den architektonischen Zeugnissen sind auch diejenigen der bildenden Künste und der Skulptur (die manchmal aber nur fragmentarisch oder partial sind) in zahlreichen Gebäuden, wie z.B. in den Kirchen S. Costanzo al Monte, S. Dalmazzo di Pedona und in der alten Pfarrkirche SS. Filippo e Giacomo in Verzuolo.

DIE GOTIK
Hohe und schlanke Linien. Spitzbogen und Strebepfeiler. Es handelt sich um die Unterstreichung des Vertikalismus. Im 13. Jahrhundert erschienen in einem moorigen Gebiet in der Nähe von Saluzzo, Staffarda, neue architektonische Merkmale: Hier gründeten die Zisterzienser eine der Heiligen Marien gewidmeten Abtei, wo die romanischen Elemente sich mit anderen von gotischem Ursprung vereinigten.

Die Verbreitung "des schrecklichen und barbarischen Stils der Gothi" - nach der verächtlichten Behauptung von Vasari - fand außer einigen Ausnahmen ganz spät in der Provinz statt. Zu jener Zeit war nämlich auch die letzte Phase der europäischen Gotik, die internationale oder blumige Gotik, fast zu Ende.
Ein Beispiel von Frühgotik ist die Kirche San Francesco in Cuneo, deren Urstruktur aus dem 13. Jahrhundert stammt.
Aus der Mitte des 14. Jahrhunderts stammt dagegen die Kirche S. Giovanni in Saluzzo.
Im 15. Jahrhundert wurden die gotischen Gebäude dank den weiten mit Lisenen, Skulpturen und festen Toren geschmückten Fassaden imposanter. Aus dieser Zeit stammen die der Heiligen Marien gewidmeten Kirchen von Rossana, Revello und Saluzzo.

Diese Verspätung im Vergleich zum Rest Italiens, die aber von der Kreativität der lokalen Künstler ausgeglichen wurden, bezeichnete die Skulptur und die bildenden Künste. Diese, die außerdem an kein Model anlehnten, wurden vom Kontakt mit den ligurischen und provenzalischen Reisenden beeinflusst, die die Straßen des Gebiets von Cuneo durchliefen.
Die 15. und 14. Jahrhunderte kannten also im Bereich der Malerei eine bedeutungsvolle Blüte, die von den Stilelementen der internationalen Gotik und des Flamboyantstils bezeichnet wurde.
Gemälde der Passion und des Lebens der Heiligen, die die Kleider, die Gesichte und die Landschaften des Gebietes darstellen, kann man überall finden.
Die Kapelle San Fiorenzo in Bastia Mondovì und das von Hans Clemer gemalte Presbyterium der Kirche Santa Maria in Elva, im Maira-Tal , beherbergen die bekanntesten Gemälde.

VON DER BAROCK BIS ZUR NEUGOTIK
Ende 1616, nach einem langen Aufenthalt in Rom, kam der Maler Giovanni Antonio Molineri nach seiner Stadt, Savigliano, zurück und führte eine neue Maltechnik ein, das Realismus von Caravaggio.
Der Künstler griff der Zeit vor und benutzte die neue Technik innerhalb der unbestimmten Grenzen des savoyischen Herzogtums.
Nach dem Tod von Molineri im Jahr 1613, setzte sein flämischer Zögling, Jan Claret, die Stilelemente der Technik von Caravaggio fort.

Etwa um die Mitte des 17. Jahrhunderts setzte sich eine neue Kunst, das Barock, durch. Von Turin kamen berühmte Künstler, wie z.B. Vitozzi, Guarini, Juvarra, Vittone und Quarini, die an eindrucksvollen Werken arbeiteten. Mit den Architekten der savoyischen Hauptstadt arbeiteten die lokalen Künstler, Negri von Sanfront, Boetto, Taricco und Gallo, mit.

Dieser prägte der ganzen religiösen und zivilen Architektur der Provinz seinen Stempel auf.
Der Stil, der den Gebäuden eine dynamische, effektvolle, hoch dekorierte Räumlichkeit verlieh, verbreitete sich ganz einheitlich: Die alten Kirchen wurden verändert, Stuckwerke und Dekorationen setzten sich durch, perspektivische Effekte und Färbungen, trügerische und feierliche Räume bezeichneten die neuen Gebäude und veränderten die alten.

Dieses komplexes perspektivisches Komplex, das eine Zusammenfassung aller Künste im Dienste des Geistes war, teilte den mit Staunen und Wunder erfüllten Gläubigen die Idee der Transzendenz mit.
Nachdem diese globale stilistische Erneuung des 18. Jahrhunderts die Phase der schönsten Blüte erlebt hatte, wurde die Erfindungsgabe beiseite gelegt und die linearen und rigorosen Formen des Klassizismus setzten sich durch.


FÜR WEITERE AUSKÜNFTE ÜBER DIE PROVINZ CUNEO

- L.Botta e F. Collidà - Cn, la provincia Granda - Granda Press Edizioni, 1997

- P.Gerbaldo - Cuneo. Il fascino di una provincia - Gribaudo/Paravia, 1997

- La Provincia di Cuneo: guida turistica e carta stradale - Ed. DeAgostini, 1994

- A.Ponso - Guida ai Santuari Mariani del Saluzzese - Ed. Gribaudo, 1992

- A. Ponso - Guida ai Santuari Mariani del Cuneese - Ed. Gribaudo, 1995

- Andare per l'Europa: itinerari Medievali attraverso il Cuneese - Cuneo, 1992

- A. Ponso - I santi della Granda - Ed. L' Artistica, 1999