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Die
Kastanienzeit
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Aus
dem Kastanienbaum gewinnt man zahlreiche
Produkte: Das Holz ist für die Herstellung
von Stangen, Parketten und Möbeln
besonders geeignet. Sein Reichtum an Tanninstoffen
trug außerdem in der Vergangenheit
zur Gründung und Verbreitung von
zahlreichen Betrieben bei.
Im Gebiet von Cuneo vermärktet man
aber vor allem die Früchte. Cuneo
war das Hauptzentrum des Verkaufs: Schon
im 16. Jahrhundert fand nämlich in
der Provinzhauptstadt ein Markt statt,
worauf man bei den Vermittlern oder seltener
direkt bei den Herstellern die Kastanien
kaufen konnte. Der Markt von Cuneo bewahrte
bis zu den ersten Jahrzehnten des 20.
Jahrhunderts seine Wichtigkeit; daneben
waren aber auch derjenige von Mondovì
und die kleineren Märkte am Anfang
der einzelnen Täler.
In der Provinz Cuneo werden nicht nur
frische Produkte angeboten, sondern auch
die bekannten weißen Kastanien,
die in dazu bestimmten Strukturen aus
Stein, den Secou oder Secau, gedörrt
werden: Die Kastanien werden bei schwacher
Hitze und beständiger Temperatur
(das Feuer wird mit Scheiten und Kastanienausschüssen
aus der Ernte des vorigen Jahres angezündet)
geröstet. |
Dadurch wird eine etwa 50cm-hohe
Schicht von Früchten auf einem
Gitterwerk (das Gra heißt,
und das auf eine Höhe von etwa
2,5/3m liegt) gedörrt. Das
Dörrenverfahren dauert etwa
20-30 Tage, d.h. bis wann die Schale
knirscht und sich von der verhärteten
Frucht löst.
Die gedörrten Kastanien werden
danach mit den dazu bestimmten Holzstöcken
oder besser, durch eine modernere
Technik, mit dafür vorgesehenen
Anlagen geschält.
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Eine andere Aufbewahrungstechnik verwendete
einmal für die Viette (gedörrte
Kastanien, die in der Schale aufbewahrt
waren) und verwendet man und noch
heute für die Vorbereitung von
Castanie Biscotte. Nach einer kurzen
Dörrung im Secau, werden die
Kastanien im Backofen geröstet,
solange die Haut rötlich wird.
Sie werden später ins kochende
Wasser versenkt oder ganz einfach
in einem feuchten Raum aufbewahrt,
so dass das Fruchtfleisch weich wird
und die Schale sich runzelt.
Der Kastanienbaum und dessen Früchte
haben schließlich wichtige therapeutische
Wirkungen: Schon im Altertum benutzte
man die Kastanien als Gegenmittel
gegen Gifte und Hydrophobie, oder
zusammen mit den Blättern und
der Rinde der jüngsten Zweige
gegen Husten und Bronchitis.
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