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Die
Kastanienzeit
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Die
hügelige Landschaft der Provinz Cuneo
ist mit Kastanienwäldern bedeckt, die
sich selten mit Laubbäumen oder Wiesen
abwechseln. Ursprünglich war das Gebiet
von der Anwesenheit von Eichen bezeichnet,
die Landschaft wurde aber im Laufe der Jahre
vom Mensch stark verändert. Sowohl
im südlichen Piemont, als auch in ähnlichen
Gebieten Italiens wurde der Kastanienbaum
überall eingeführt. Zur Zeit des
Römischen Reichs verbreitete sich dieser
Bau schnell sowohl am Mittelmeer als auch
in den Alpentälern und erreichte sogar
die Poebene.Die berühmten Abhandlungen
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über
Landwirtschaft von Columella (1. Jahrhundert
n. C. ) enthalten zahlreiche Anweisungen
über den Kastanienbau und die Benutzung
von Pfählen aus Kastanienholz in den
Weinbergen. Auch die Werke von Vergil und
Ovid enthalten zahlreiche Zitate, die ein
weiteres Beweis für die wichtige wirtschaftliche
und kulturelle Rolle zur Zeit der Römer
sind.Man hat heutzutage wenige Auskünfte
über die Ausbeutung des Kastanienbaums
im Frühmittelalter, als die Kastanie
das Hauptlebensmittel der armen Leute war.
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Das Kastanienmehl zusammen mit dem Roggen- und
Eichelmehl benutzte man für die Vorbereitung
von Brot und Suppen. Es wird in einer Urkunde
aus dem Ende des 13. Jahrhunderts über
den Bau von einer besonderen Kastaniensorte
(die "weiße") in den Städten
Martiniana und Envie im Po-Tal geschrieben.
Im Mittelalter wurde in der Provinz Cuneo eine
ganze Reihe von Statuten erlassen, die die Verwaltung
und die Ausdehnung der Kastanienwälder
regelten - in Garessio z.B. ein Wald musste
mindestens aus zehn Bäumen bestehen -,
und die das Fällen, das Weiden und die
Anzündung von Feuer verbaten. Andere Normen
bestimmten die Strafen in Diebstahlfall - wie
z.B. in der Gemeinde Demonte - oder die Bedingungen
für die Nachlese nach der Ernte - z.B.
in den Statuten von Mombasiglio. Ab dem 12.
Jahrhundert verbreiteten sich die Kastanienwälder
sowohl in den Tälern als auch in der Ebene
weiter. Ein Beweis dafür sind die zahlreichen
Trockenanlagen in mehreren Städten der
Provinz Cuneo.
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| Einige
Daten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts
beweisen eine gesamte Kastanienwälderausdehnung
von 90000 ha im ganzen Piemont (etwa 4%
der gesamten Wälderausdehnung), wovon
50% in der Provinz Cuneo (36800 ha im Gebiet
von Mondovì und 11500 ha im Gebiet
von Cuneo). In einigen Gemeinden - wie Robilante,
Chiusa Pesio und Peveragno - gab es mehr
Kastanienwälder als Saatland und der
Herzog von Brandizzo beweist die Anwesenheit
von solchen Bäume auch in den Gegenden
von Entracque und Beinette, die eigentlich
dafür nicht besonders geeignet waren.
Der Kastanienbaum wurde zu jener Zeit total
ausgebeutet: die Früchte aß man
frisch oder trocken (etwa 15 Kg pro Kopf
und Jahr im 18. Jahrhundert), das Holz verbrauchte
man für Pfähle und als Brennstoff,
das Laub als Streulager für das Vieh.
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Ab
den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts
erlitt der Kastanienbau einen Rückgang,
besonders in der Ebene - die die Verbreitung
anderer Anbauten kannte - und später
in den Tälern wegen der Entvölkerung.
Einige Krankheiten, wie die Tintenkrankheit
der Esskastanie Anfang des 20. Jahrhunderts
oder der Kastanien-Rindenkrebs, beitrugen
zum Rückgang des Kastanienbaus im ganzen
Piemont, obwohl die Wälder zu jener
Zeit eine Ausdehnung von 100000 ha deckten
und die Früchte (in der 20er Jahren
verbrauchte man jedes Jahr bis 18 Kg Kastanien
pro Kopf) weitaus in Europa und Nordamerika
ausgeführt wurden. Auch die Produktion
des Tannins - das aus dem Kastanienholz
gewonnen und bei der Gerbung benutzt wird
- beitrug zur Rückgang dieses Baus.
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Wegen
der Abholzung und der Verlassenheit wurde
die Ausdehnung von Kastanienwälder
in der Nachkriegzeit immer begrenzter.
Der Kastanienbaum, der in der Vergangenheit
so wichtig für das Leben in den Bergen
war, verlor also seine ursprüngliche
wirtschaftliche und kulturelle Rolle.
Neulich sind aber dank den Berggemeinschaften
und der Region Piemont Initiativen entstanden,
die den Kastanienbau fördern sollten:
Durch spezifische Programmen wird man
die Qualität gewährleisten und
die Kastaniensorten der Provinz Cuneo
verwerten. .
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